Studio Stories: Stefanie Ruprechter

Neben der Malerei ist die Österreicherin Stefanie Ruprechter als Schmuckdesignerin mit eigenem Label tätig Die 1985 geborene lebt ihren Lebenstraum auf einem Hof in Tirol, umgeben von Mann und der vierjährigen Tochter Anja.
Kinder sind Motiv, aber auch aktiver Teil ihrer Werke. Denn die ersten Striche ihrer Gemälde stammen nicht selten aus Kinderhand. Tochter Anja greift immer wieder gestalterisch in den künstlerischen Prozess ein.
Bei der Malweise legt sich Stefanie Ruprechter nicht auf Begrifflichkeiten wie Abstraktion oder Gegenständlichkeit fest. Der Prozess des Malens ist für sie ein Intuitiver, ohne jedoch beliebig zu sein.
Es gibt klare, strukturierte Bildaufbauten, ohne jedoch an übliche Perspektiven gebunden zu sein. Die Sujets ihrer Werke drehen sich um Fragen der menschlichen Existenz und trotzdem sind ihre Bilder verspielt, voller Freude und Leichtigkeit.
Die kindliche Sichtweise, die Stefanie Ruprechter nicht zuletzt durch ihre Tochter erfährt, bringt sie dazu, die persönliche Sicht auf die Dinge zu überdenken.
Die Künstlerin nimmt uns mit auf diese Reise und bietet uns mit ihren Gemälden buchstäblich einen Spielraum unsere eigne Lebensphilosophie zu überprüfen.

Wie sieht Dein Arbeitsplatz aus?

Mein Atelier befindet sich im ersten Stock unseres Hauses in Kirchberg in Österreich. Wir sind vor sechs Jahren hier hergezogen und haben damals mein Atelier selbst ausgebaut. Erst dachte ich, dass es mich erdrückt wegen der niedrigen Dachschräge (Mein altes Atelier ging über zwei Stockwerke und besaß eine Lichtkuppel!), doch jetzt liebe ich es und fühle mich sehr wohl.
Im Atelier befindet sich ein achteckiger Raum, der als Klangkörper konzipiert war. Denn der ursprüngliche Bauherr war ein Klavierspieler. Jetzt kann ich diesen Raum im Raum, als Galeriewand nutzen.
Ich bin eine ziemliche Chaotin. Meine Devise ist, es ist immer irgendwo aufgeräumt und irgendwo ein Chaos. Alles sauber, schaffe ich nie.
Natürlich lass ich meine Tochter auch wüten und toben und entsprechend sieht die Werkstatt manchmal wie ein Spielzimmer aus. So steht schon mal tagelang ein Zelt im Atelier. Zurzeit parkt ein Rad im Galerieraum!

Woran arbeitest Du gerade?

Ich arbeite immer parallel an meinem Schmuck und an Bildern. Ich freue mich so gut wie immer sehr aufs Arbeiten. Meine Arbeit erschöpft mich nicht, sondern schenkt mir Energie. Ich bin so dankbar, dass ich genau diese Arbeit machen kann.
Motiviert durch start your art habe ich jetzt kürzlich ein Gemälde fertiggestellt. Auf den Werkstattfotos sieht man den Ausgangpunkt dieses Werkes. Die ersten Strich stammen mal wieder von meiner Tochter. Auf anderen sieht man das fertige Bild. Normalerweise male ich oft Monate an einem Werk bis es fertig ist, dies ist aber mal zur Abwechslung ein Kleinformatiges und ich habe es in nur drei Tagen fertiggestellt. Das ist für mich fast unglaublich!!

Was hängt bei Dir an der Wand?

Was auf meiner Wand im Atelier hängt? Spontan hätte ich gesagt nur meine Bilder, aber beim Betrachten der Fotos, sieht man auch zum Beispiel die Goldtafel und die Polimentsiebe (ich bin Vergolderin), verschiedene aktuelle Auftragsarbeiten und Bilder von befreundeten Künstlern, die wir getauscht haben.

Was machst Du, wenn Du eine Pause brauchst?

Am meisten musste ich über die Frage nachdenken, was ich in den Pausen mache… Ich fragte mich, was ist eigentlich eine Pause? Wenn ich koche, esse oder dusche oder mich um meine Tochter kümmere?
Ich arbeite immer am Vormittag, wenn die Kleine im Kindergarten ist und in der Nacht, wenn Sie schläft. Das sind immer so wenig Stunden am Stück, dass ich keine Pausen mache. Nur einmal die Woche arbeite ich den ganzen Tag, auch da mache ich keine Pause im üblichen Sinne.
Jedoch sehe ich mich nicht als Workaholic. Ich nehme mir bewusst Freizeit um in der Natur zu sein, mich mit Freunden zu treffen und mit meiner Tochter zu spielen. Ich denke, man kann nur gute Arbeit leisten, wenn es einem gut geht. Das wirkt natürlich auch auf die Bilder, die doch immer ein Spiegelbild dessen sind, wie es einem wirklich geht. Mit sich selbst und mit der Welt. Ich sah und sehe die Vorgänge auf der Welt natürlich kritisch (früher noch viel pessimistischer oder vielleicht realistischer?). Heute bin ich in einer Art Frieden mit mir und der Welt. Was nicht bedeutet, dass alle Vorgänge gut zu heißen sind. Ich bin nur zu der Erkenntnis gekommen, dass es der Welt mehr Positives bringt, wenn ich Positives erschaffe und ausstrahle.
Natürlich geht das nicht immer, vor allem ist mir Authentizität und Ehrlichkeit wichtig. Genau aus dem Grund liebe ich das Medium der Malerei. Denn wenn man ganz loslässt beim Malen zeigt es einem immer die Wahrheit über sich selbst.

Vielen Dank für das Interview, Stefanie Ruprechter!

Vielen Dank für das Interview, Stefanie Ruprechter!

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